Reisevorbereitungen

Ich reise nicht besonders oft.

Zumindest nicht regelmäßig.

Das liegt weniger daran, dass ich keine Lust hätte zu Reisen – mir fallen nur nicht besonders oft Orte ein, an denen ich unbedingt sein müsste.

Wenn das Wetter besonders sommerlich ist, fühle ich mich auch mit einem Buch und Grill auf dem Balkon sehr wohl. Da muss man nicht um die halbe Welt reisen. Ein weiterer Grund ist der, dass ich Plätze meide, an denen zu viele Touristen auflaufen. Das liegt dann nicht an den Orten, sondern an den Touristen.

Ich bin wirklich kein Menschenfeind, kann dieser affektierten Feierlaune nur absolut nichts abgewinnen. Wenn man sich diese Leute anschaut, bekommt man schnell den Eindruck, die Welt würde übermorgen untergehen und nun gilt es noch einmal zu feiern. Das ist mir dann alles etwas zu laut und aufdringlich. Mit Glück passe ich meine Reiseziele mit Freunden und Bekannten so ab, dass ich Länder und Orte besuchen kann, die nicht in den Sonderangeboten von Pauschalreisen auftauchen. Vor einigen Jahren habe ich einen Arbeitskollegen in der Ukraine besucht.

Da ich nicht als „Tourist“, sondern als Bekannter reiste, brauchte ich nicht eine Nacht des siebentägigen Aufenthaltes in einem Hotel übernachten. Ich schlief die erste Nacht bei einer Tante meines Kollegen auf der Couch und den Rest der Zeit bei der Familie meines Gastgebers. Zwar hat man mir dort auch viele der Sehenswürdigkeiten gezeigt, doch blieb es mir erspart, diese in einer Reisegruppe abzuwandern, die man schon auf große Distanz als solche identifizieren könnte. Zusätzlich bekommt man Eindrücke, die man als normaler Tourist selten bekommt. Angefangen von einer völlig überfüllten Metro bis hin zu einem leicht angetrunkenen Taxifahrer. Von dem hausgemachten Abendessen der Tante ganz zu schweigen. Am Tag der Abreise zog ich meinen Rollkoffer gefühlte fünf Kilometer durch den Schneematsch einer zerfurchten Straße. Die Hälfte meiner Habseligkeiten konnte ich nach der Heimkehr wegschmeißen.

Aus Fehlern wird man klug: ich habe mich hier informiert und mir nun einen Hartschalenkoffer gekauft. Er war im Angebot. Der Vorteil solcher Koffer ist, dass der Inhalt vor Nässe ebenso geschützt ist, wie vor Schlägen – wie es zum Beispiel beim Be- und Entladen der Flugzeugfracht passieren könnte. Mit Griff und Rollen kann man so einen Koffer ebenso umständlich hinter sich herziehen, wie jedes andere Gepäckstück auch. Man braucht sich bei einem Hartschalenkoffer keine Gedanken um ausgerissene Reißverschlüsse oder Einrisse machen. Und: man kann das Ding im Winter zum Rodeln benutzen… rein theoretisch zwar – aber ja ein echter Mehrwert. Der einzige Nachteil, der mir nun tatsächlich auffällt, wäre die Unmöglichkeit so einen Koffer zu überladen. In einer Tasche ist immer noch irgendwo ein bisschen Platz. Ein Hartschalenkoffer ist entweder voll oder er geht wirklich nicht mehr zu. Ich denke, dass ich mich damit arrangieren kann. Zumal ich noch nicht einmal genau weiß, wohin die nächste Reise geht.

 

Irgendwelche Vorschläge?

Nun bin ich also „Blogger“

„Blogger“. Kein Mensch in meiner Umgebung hätte je damit gerechnet, dass ich einmal beginnen würde einen Blog zu schreiben. Ich selbst am allerwenigsten. Der Blogtitel verrät, was mich beschäftigt.

Allerdings werde ich mich wohl auch weitestgehend, von dem etablierten Geschwafel ebenso unterscheiden, wie von den üblichen anti-israelischen Hetzschriften, die vielleicht viele aus dem Internet gewohnt sind. Das Thema ist weitaus komplexer. Es lässt sich nicht in Schwarz oder Weiß abgrenzen. Das vergessen viele Leute schnell, wenn es darum geht andere zu be- oder verurteilen.

Ein Thema dieses Blog ist also „Palästina“. Es kann sein, dass ich hin und wieder auch andere Themen wähle. Je nachdem, was mich gerade bewegt. Es ist ungeheuer schwer, die Gedanken zu sortieren. Ich glaube auch, dass gerade deswegen ein „privater Blog“ keine schlechte Sache ist. Man hat immer die Möglichkeit, auch mal ein anderes Thema zu widmen, ohne sich und seiner Sache damit untreu zu werden. Ich glaube, dass dies zum „Mensch sein“ gehört. Viele der etablierten Zeitungen wären glaubwürdiger, wenn man die Menschen hinter den Nachrichten und Berichten besser kennt. Wenn ihr mich also besser kennenlernt, werdet ihr auch besser verstehen, warum ich diese oder jene Ansichten vertrete. Dann könnt ihr selbst entscheiden, ob ich Unfug rede oder richtig liege. Egal wie euer Urteil dabei auch ausfallen mag: ich bleibe dabei authentisch.

Große Dinge haben oft kleine Ursachen. Oder kleine Dinge beeinflussen große Prozesse. Ich rede jetzt nicht von dem „Butterfly-Effekt“, wo der Flügelschlag eines Schmetterlings in Omis Garten einen Tsunami in Japan auslöst. Das ist Schwachsinn. Sehr wohl aber sieht man oft nur „das große Ganze“ und vergisst dabei kleine wichtige Faktoren.

Zum Beispiel: Jeder von euch wird eine Zahnbürste besitzen (ich zum Beispiel besitze seit kurzem eine tolle Schallzahnbürste, die ich dank diesem Portal gefunden habe) und sie hoffentlich auch täglich benutzen. Vergisst man das Zähne Putzen ein- oder zweimal, werden nicht sofort sämtliche Zähne ausfallen. Sehr wohl aber wird man einen Zahnbürsten- Besitzer nach zwanzig Jahren von jemanden unterscheiden können, der nie eine Zahnbürste benutzt hat. Da sich jeder Mensch eine Zahnbürste leisten kann, wird es dann auch möglich sein, diesen beiden Menschen ein Zeugnis auszustellen. Der Besitzer einer Zahnbürste wird kein besserer Mensch sein – allerdings wird er weitaus mehr Gewicht auf seinen Platz in der Welt legen, als jemand, der keine Zahnbürste besitzt. Wenn also das Zähne Putzen kostenlos ist, verhindert, dass die Zähne Herausfaulen – eine Zahnbürste kaum etwas kostet – welche Entschuldigung mag also jemand haben, der sich 20 Jahre lang die Zähne nicht putzt? Und was unterscheidet diese Person von jemandem, der jeden Tag 20 Minuten für die Zahnpflege aufbringt?

Man kann das weiterspinnen und sich ein Land vorstellen, in dem niemand auf Zahnpflege hingewiesen wird und Zahnbürsten nur in speziellen Geschäften erhältlich sind. Nach einer Generation werden in diesem Land unzählige Menschen leben, die völlig schlechte Zähne haben. Der Bedarf an Zahnersatz wird massiv ansteigen und neue Arbeitsplätze schaffen. Allerdings werden sich die Menschen auch nicht besonders gesund ernähren können. Karotten und frische Äpfel sind der natürliche Feind von schlechten Zähnen. Dies führt dann wiederum zu neuen Begleiterscheinungen. Die Lebensmittelindustrie wird sich auf die Herstellung von weichen und lutschbaren Lebensmitteln konzentrieren. Tütensuppen werden vermutlich ein echter Verkaufsschlager.

Ein blödes Beispiel? Nun; ich will euch nicht länger auf die Folter spannen. Ersetzt ganz einfach die Zahnbürste mit Bücher oder Bildung. Bücher wären, ebenso wie eine Zahnbürste, für jedermann erschwinglich. Niemand hat also eine Entschuldigung dafür, nicht jeden Tag 20 Minuten Lesen zu können… also ebenso wie Zähneputzen. Gemessen daran, wie attraktiv sich Bildungsferne heutzutage transportiert, kann man also davon ausgehen, dass eine Generation von „Dummköpfen“ einen Zweck erfüllen. Wer hat einen Nutzen davon? Ebenso, wie die Hersteller von Zahnprothesen es irrsinnig super fänden, wenn sich niemand mehr die Zähne putzt, gibt es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Positionen, die einen Nutzen darin sehen, dass Menschen nicht mehr lesen – oder sich bilden. Nennt es, wie ihr wollt. Allein das Fernsehen…!

Ich will mich da nun nicht so hineinsteigern. Ihr habt aber hoffentlich erkannt, worum es mir geht. Ich bin weder der brennende Busch, noch habe ich eine außerordentlich bemerkenswerte Qualifikation in Soziologie oder Politikwissenschaften. Ich habe lediglich ein relativ fundiertes Allgemeinwissen über Geschichte und Politik. Dazu, was fast noch wichtiger ist, eine eigene Meinung. Die ist, wie ihr mit der Zeit erkennen werdet, nicht immer sehr bequem – aber zumindest begründet.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Vergnügen beim Lesen meines Blog.